Publizieren von Fachartikeln

von Julia Hinz


Keine Chance für Fake Science

Als wissenschaftlicher Fachverlag sind wir eng mit den Forschenden, Lehrenden und Studierenden verschiedener Fachbereiche verbunden. Eine Vielzahl unserer Zeitschriften sind daher auch offizielle Organe diverser Fachgesellschaften – oft schon seit mehreren Jahrzehnten. Auf diese lange Tradition sind wir sehr stolz, gleichzeitig richtet sich unser Blick nach vorn und damit auch auf moderne Publikationsmodelle. Nach Akzeptanz eines Artikels können unsere Autoren zwischen traditioneller Veröffentlichung und einer Open-Access-Publikation wählen – in beiden Fällen erscheint der Artikel sowohl in der Online- als auch in der Druckversion der jeweiligen Zeitschrift. Die Finanzierung der erforderlichen Publikationsprozesse erfolgt bei einer Open-Access-Publikation durch eine einmalige Gebühr; fällt die Wahl auf das traditionelle Modell, entstehen für den Autor keine Kosten. Grundvoraussetzung ist jedoch immer ein Peer-Review-Verfahren. 

Bereits 1665 führte der in London lebende Theologe Henry Oldenburg – als Gründungsherausgeber der "Philosophical Transactions of the Royal Society", der zweitältesten wissenschaftlichen Fachzeitschrift der Welt – das Peer-Review zur Qualitätssicherung wissenschaftlicher Aufsätze ein. Seitdem gehört es zum Wertekodex von Wissenschaftsverlagen, dass Fachartikel einen Prüfungsprozess durchlaufen, bevor sie publiziert werden. In den letzten Wochen kam jedoch ein beunruhigender Trend ans Licht: Immer mehr sogenannte Raubverlage publizieren Unmengen von Artikeln in scheinbar wissenschaftlichen Online-Zeitschriften – oft ohne jegliche Prüfung.

Wissenschaftlern sind die einschlägigen Zeitschriften ihres Fachs zwar bekannt, der Leser ohne fachliches Hintergrundwissen kann in der Menge der online publizierten Artikel jedoch schnell den Überblick verlieren, welche Studien seriös und welche schlichtweg Humbug sind. Selbst Forscher renommierter Institute sollen in solch unseriösen Journals veröffentlicht haben, allerdings sind hier die Hintergründe noch nicht eindeutig geklärt; zumindest teilweise erfolgte die Publikation wohl ohne Wissen und Zustimmung der Autoren. Doch auch wenn es sich im Gesamtbild nur um einen sehr geringen Anteil ungeprüfter Veröffentlichungen aus dem Wissenschaftsbetrieb handelt, muss dieser reagieren, und bei der Ursachensuche wird schnell klar, dass es sich um eine komplexe Angelegenheit handelt. 

Zunächst ist sicherlich der Publikationsdruck zu nennen. Viele Wissenschaftler sind – unter anderem beim Anwerben von Fördergeldern – darauf angewiesen, eine möglichst lange Publikationsliste vorzuweisen. Wenn überlastete Gutachter nicht jeden einzelnen Artikel zeitnah prüfen können, spielt dies denjenigen in die Hände, die vor allem schnell publizieren. Vieles spricht dafür, einen etwas längeren Prüfungsprozess in Kauf zu nehmen und auf Qualität statt Quantität zu setzen, aber ob sich der Wettbewerb wieder verlangsamen lässt, bleibt ungewiss.

Vermutlich muss auch die Open-Access-Bewegung genannt werden – zumindest da, wo daraufgesetzt wird, dass sich die Spreu selbst vom Weizen trennen wird, wenn möglichst viele Informationen öffentlich zugänglich sind. Doch Open Access ist nicht gleich Open Access. Wir zeigen, dass es auch anders geht, dass öffentlich zugängliche Wissenschaft und Qualität sich nicht ausschließen müssen. Jeder Artikel wird in gleicher Weise von uns wie auch dem Herausgeberteam der Zeitschrift bearbeitet – unabhängig vom Publikationsmodell. Für wissenschaftliche Zeitschriften des Fachbereichs Psychologie wenden wir in der Regel das Double-Blind-Review-Verfahren – als besonders sichere Methode des Peer-Reviews – an. Double-blind bedeutet, dass sowohl Autor als auch Gutachter anonym bleiben. So wird ein Höchstmaß an Objektivität bei der Begutachtung gewährleistet und dafür Sorge getragen, dass die publizierten Studien nicht nur relevant und aktuell, sondern auch wissenschaftlich solide sind. 

 

Hier finden Sie unsere Zeitschriften in deutscher und englischer Sprache aus den Bereichen:

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