„Ich bin nicht ihr Vater“: Star Wars und COVID-19

May the 4th be with you! Wir nehmen diese Zeichnung unsers Autors Elmar Frink zum Anlass und danken allen Pflegekräften, die (nicht nur) am Star Wars Day Großartiges leisten.



„COVID-19". Hört sich das nicht wie eine tragische Figur aus der weltbekannten Star-Wars-Reihe an? Der Weltraum-Saga schlechthin und dem Gehirn des Schöpfers George Lucas entsprungen? Könnte man meinen… Beim Zeichnen des Cartoons kam mir der Gedanke, dass hier viele Parallelen zur Corona-Pandemie zu finden sind: Gut gegen Böse, der Kampf der Helden gegen das Unbekannte, Isolation und Abwehr. Von Elmar Frink

Viele werden den Film kennen – ich persönlich bin kein allzu großer Fan der Reihe, finde es aber jedes Mal wieder bemerkenswert, wenn man im TV – auf Grund der häufigen Wiederholungen – auf den allerersten Auftritt des „Dunklen Lords" (im damaligen ersten Teil der Reihe, jetzt Teil 4 – mein Gott, wie kompliziert…) stößt. Ein leichtes Frösteln überfällt sicher die meisten Zuschauer. Ausgelöst von dieser zwei Meter großen, schwarzgekleideten, niederträchtigen Person mit der bedrohlichen Stimme. Auch viel später in der Reihe, als er mit dem Satz „Ich bin dein Vater" seinem unwissenden Sohn mitteilt, dass sie untrennbar miteinander verbunden sind. Er schrieb damit Kinogeschichte und wird gerne zitiert.

Die Faszination des Bösen

Die Faszination des Bösen lässt einen halt so schnell nicht los. Wie viel interessanter sind doch die Schurken im Film – Hannibal Lecter, Lord Voldemort, Norman Bates, Darth Vader. Sie alle bleiben länger in Erinnerung als die netten und geschliffenen Charaktere der Filmindustrie. So auch COVID-19. Lange werden wir, die diese skurrile Situation erlebt haben, die Zeiten der sozialen Isolierung und persönlichen Einschränkungen in dieser Erinnerung behalten. Ausgelöst durch ein „dunkles" Virus, dass den Weltraum – nein, entschuldigen Sie bitte – in diesem Fall nur die Erde befällt. Filmreif. Und mit dieser Faszination für das Böse, schauen wir viel nach Italien, England, Brasilien, USA… dort wo das Virus noch mehr wütet als in unserer Region.

Irgendwann wird man es besser verstehen

Wir können das Unwirkliche nicht fassen. Es ist nicht sichtbar und doch so real. Wie das Unbekannte in der Star-Wars-Saga. Später in der Filmreihe lüftet sich die Ungewissheit über die Person hinter der Maske: Anakin Skywalker wird kurz sichtbar. So wird es auch bei COVID-19 sein. Irgendwann wird man alles besser verstehen können und es wird hoffentlich einen Impfstoff geben. Sind doch COVID-19, der Grippe-Virus und viele andere, pathogene Keime Teil unserer Umwelt.

Die Mimik fehlt

Um zurück zum Cartoon zu kommen: Schauen Sie sich die Zeichnung an, schlüpfen Sie in die Rolle des Patienten. Vor Ihnen eine Pflegekraft, eingekleidet in „Schutzkleidung“, eine fehlende Mimik, welche eigentlich Empathie und Sicherheit ausdrücken sollte. „Ich bin dir wohlgesonnen” – diese Gefühlslage will ja unser menschliches Lächeln mitteilen. Für den Patienten ist es nicht zu erkennen. Verborgen von einer Maske. Er hat Angst, weil er die Situation nicht abschätzen kann. Weil er nicht weiß, was auf ihn zukommt und ihm keine nahestehenden Personen zur Seite stehen können.

Ich denke, im Cartoon finden sich viele Parallelen. Eindrücke und Vergleiche entstehen immer im Kopf des Betrachters – ich habe meine gefunden. Sie sicher auch … spätestens jetzt!

Bleiben Sie gesund und sorgen Sie für Sicherheit! Tragen Sie Maske – aber bitte keine schwarze!


Elmar Frink

Elmar Frink, Jahrgang 1969, ist examinierter Krankenpfleger; seit 1996 Lehrer an der Pflegefachschule in Weilburg (Hessen) und nebenberuflich tätig an einer Berufsschule als Fachlehrer für Gesundheit & Pflege. Seit über 20 Jahren ist er als freiberuflicher Cartoonist und gelegentlich für den Bereich Pflege des Hogrefe Verlages tätig. Seine Bilder finden sich vor allem in zahlreichen Publikationen des Hans Huber Verlages (jetzt Hogrefe AG). Mit den beiden Büchern „Den Umständen entsprechend gut“ und „Die heiter-heile Welt der Pflege“ veröffentlichte er eine Sammlung von Zeichnungen aus seinem Fachbereich.

Foto: ©Timo Ortmüller (TEO)


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