Fachzeitschrift "Psychiatrische Pflege"


Eine neue Fachzeitschrift erweitert das Portfolio des Verlags Hogrefe: Geschrieben und herausgegeben von Fachexperten der Psychiatrischen Pflege aus Praxis und Wissenschaft, begreift sich die Fachzeitschrift "Psychiatrische Pflege" als Organ, um Forschungs-, Entwicklungs- und Praxisprojekte der Disziplin vorzustellen und sich einem kritischen Diskurs mit dem Fachpublikum zu stellen. Das Bestreben der Herausgeber, gängige Grenzen in Gedanken, Worten und Werken zu überschreiten, rundet das Bild einer erneuerten Fachzeitschrift für die psychiatrisch Pflegenden ab.

Eine neue Zeitschrift ist wie ein neues Leben. Die Entscheidung des Hogrefe Verlags, sich für eine solche Fachzeitschrift zu engagieren, ist für die Berufsgruppe von unschätzbarem Wert. Zeitschriften sind entstanden, weil die Entwicklung der modernen Wissenschaft das Bedürfnis nach Austausch hat entstehen lassen. Fachzeitschriften bedienen das Interesse des Fachpublikums an aktuellen fachspezifischen Erkenntnissen und Informationen.


Vernetzen und Wissen weitergeben

Mit der "Psychiatrischen Pflege heute" wurde im Jahre 1994 eine erste Fachzeitschrift für psychiatrisch Pflegende in Deutschland herausgebracht. Man kann sich fragen, warum die Berufsgruppe so lange gebraucht hat, den Wert eines Organs, das über diesen Weg Wissen verbreitet, zu erkennen. Nun hat sich die Welt in den letzten 20 Jahren deutlich verändert. Auf der Seite der Printmedien hat sich eine Online-Konkurrenz entwickelt, die Fachinformationen auch ohne gedruckte Variante zugänglich macht. Auf der Seite der Psychiatrischen Pflege stellen wir fest, dass die Frage nach abgesichertem Wissen an Bedeutung gewinnt und auch Pflege zunehmend unter Druck steht, ihr Handeln zu begründen. Die Wissensbasis im deutschsprachigen Raum hat sich durch hier durchgeführte Forschungs-, Entwicklungs- und Praxisprojekte oder durch Übersetzungen von relevanten englischsprachigen Erkenntnissen deutlich erweitert. Innerhalb der Berufsgruppe entwickeln wir zunehmend eine Sensibilität für die Bedeutung von Netzwerken, die über die Grenzen der eigenen Station oder des eigenen Arbeitsbereichs hinausreichen und zum Teil auch grenzüberschreitend sind.


Wissen mit moderner Informationstechnologie verbreiten

Eine Zeitschrift nur auf Papier ist heute kaum noch zielführend. Die Inhalte von "Psychiatrische Pflege" sind über das Internet abrufbar und über Suchmaschinen auffindbar. Damit erreichen wir zweierlei: Zum einen sind die Inhalte einem breiten Publikum zugänglich und können als Basis für weitere Arbeiten genutzt werden, zum anderen baut sich so über die Jahre eine moderne Wissensbasis der Psychiatrischen Pflege auf. Dieses Archiv dient als Echolot, gibt es doch wertvolle Hinweise, was die psychiatrisch Pflegenden zu welchen Zeiten beschäftigt und wie sie sich mit ihrem Fach auseinandersetzen. Für die Zukunft ist es unser Ziel, weitere sinnvolle Verbindungen von Print- und Online-Zugang zu entwickeln, um Nutzbarkeit und Netzwerkarbeit zu verbessern.

Starke Partner für eine starke "Psychiatrische Pflege"

Eine Fachzeitschrift wie die "Psychiatrische Pflege" kann in der heutigen Zeit nur bestehen, wenn sich starke Partner zusammenfinden, die ein gemeinsames Ziel verfolgen. Deshalb schätzen wir in hohen Maße, dass mittlerweile zwei Organisationen der Psychiatrischen Pflege diese Zeitschrift als ihr Verbandsorgan nutzen werden. Die Deutsche Fachgesellschaft Psychiatrische Pflege (DFPP) und der Verein Ambulante Psychiatrische Pflege (VAPP) in der Schweiz. Wir verwirklichen damit das Ziel, in der Pflege die Kräfte zu bündeln, um Argumenten mehr Kraft zu verleihen.


Aber wem gehört eigentlich eine Fachzeitschrift wie die "Psychiatrische Pflege"?

In letzter Konsequenz gehört sie der Berufsgruppe der Pflegefachkräfte der Psychiatrischen Pflege. Nur sie entscheidet über die Relevanz der Zeitung. Als psychiatrisch Pflegende entscheiden Sie nicht nur, ob die Zeitschrift gekauft oder gelesen wird, Sie entscheiden auch maßgeblich darüber, was darin zu lesen sein wird und haben somit erheblichen Einfluss auf den professionsinternen Diskurs. Deshalb freuen wir uns, wenn Sie sich der Zeitschrift gegenüber so verhalten, als würde sie Ihnen gehören. Ähnlich wie bei Kindern, benötigt die (auf-)wachsende neue Fachzeitschrift "Psychiatrische Pflege" Ihr Wohlwollen, Ihre Pflege und Ihre Begleitung. Wir sind gespannt auf Ihre eigenen Beiträge, mit denen Sie zum Gelingen der Zeitschrift und zur Wertsteigerung des Faches beitragen.

Als Herausgeberteam begleitet diese Fachzeitschrift auf ihren ersten Schritten eine auch aus anderen Zusammenhängen bekannte Gruppe: Sabine Hahn (Bern); Bruno Hemkendreis (Gütersloh); Michael Löhr (Bielefeld); Dorothea Sauter (Bielefeld); Gianfranco Zuaboni (Zürich). Als verantwortlicher Herausgeber freue ich mich auf Mails, Anregungen, Artikel, Diskussionen und vor allem auf eine gute gemeinsame Zeit und einen spannenden Austausch mit Ihnen.


[Der Artikel ist als Editorial der ersten Ausgabe der Fachzeitschrift "Psychiatrische Pflege" geschrieben. Autor ist der geschäftsführende Herausgeber, Prof. Dr. Michael Schulz.] bm

 

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